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Die logopädische Behandlung (Sprach-, Sprech-, Stimm- & Schlucktherapie)

Eine Klientin der GADV wird durch eine Logopädin therapiert.

Was ist Logopädie?

Logopädie beschreibt ein medizinisch-therapeutisches Fachgebiet, das sich mit den Funktionen und Störungen der Sprache, des Sprechens und des Schluckapparates befasst. Dazu gehören Störungen im Bereich der Stimme und des Sprechens, der Sprache und des Schluckakts, sowie der Kommunikation im Allgemeinen.

Mögliche logopädische Diagnosen:

  • Aphasie (Störung der sprachlichen Fähigkeiten, z.B. Wortfindung, Sprachverständnis, etc.)
  • Dysarthrie (Störung des Sprechens, z.B. verwaschene Aussprache)
  • Dysphonie (Störung der Stimme, z.B. rauer, heißerer Stimmklang)
  • Dysphagie (Störung des Schluckens)

Die logopädische Behandlung verfolgt das Ziel, Störungen zu vermeiden und Funktionen wiederherzustellen. Die Basis dafür bildet eine umfassende Diagnostik, welche sich Ärzt:innen (medizinisch-technisch) und Logopäd:innen (funktionell) teilen. Zu den Diagnoseverfahren gehören beispielsweise:

  • Tonaudiogramm (Hörkurve) zur Messung des individuellen Hörvermögens*
  • Stroboskopische Befunde*
  • Stimmstatus
  • Bildgebende Verfahren*
  • Stimmfeldmessung
  • Endoskopische und neurologische Untersuchungen*
  • Aachener Aphasietest (AAT)
  • Bielefelder Wortfindungsscreening für leichte Aphasien (BIWOS)
  • Untersuchung neurologisch bedingter Sprech- und Stimmstörungen (UNS)
  • Klinische Schluckuntersuchung (KSU)
  • Sprach- und Sprechanalysen

*Hierbei handelt es sich um eine Untersuchung, die unsere Logopäd:innen in der außer-klinischen Versorgung nicht anbieten können. Bei Bedarf vermitteln wir gerne an geeignete Anbieter aus unserem Netzwerk.

Auf die Diagnostik folgt die Auswahl der Therapieform (Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie | kurz „SSSST“) mit den individuell geeigneten Übungen und Behandlungsmethoden.

(Sprach-)Therapeutische Methoden der Logopädie:

  • Kommunizieren, Dokumentieren, Präsentieren (KODOP) nach Steiner
  • Handlungsorientierte Therapie (HOT) nach Reddemann-Tschaikner / Weigl
  • Alzheimer-Sprach-Training (ASTRAIN) nach Köpf
  • Integrative Validation (IVA) nach Richard
  • Biografiearbeit
  • Basale Stimulation nach Fröhlich / Bienstein
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Eine Klientin wird durch einen Therapeuten der GADV mithilfe spezieller Wortlernkarten unterstützt.

Logopädie in der Neurologie & Geriatrie

Unser Therapieteam hat sich auf neurologische Krankheiten im höheren Lebensalter spezialisiert. Um erstklassige Leistungen erbringen zu können, erfordert die Schwerpunktsetzung neben entsprechenden Fort- und Weiterbildungen auch einen ganzheitlichen Behandlungsansatz unter Einbeziehung der Biografie und Lebenswelt unserer Patient:innen.

Aus diesem Grund findet unsere Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie vorzugsweise im Hausbesuch statt. Die Behandlung kann somit einerseits von der positiven Wirkung des gewohnten Umfelds (= räumliches Milieu) profitieren und andererseits alltagsnah, in den wesentlichen Lebensbereichen unserer Patient:innen, durchgeführt werden. Auf diese Weise können (pflegende) Angehörige besser beraten und bei Bedarf in die Therapie mit eingebunden werden. Die Teilnahme von Bezugspersonen (= soziales Milieu) hat abgesehen von dem Sicherheitsgefühl, das von ihrer Anwesenheit ausgeht, zwei weitere Vorteile:

  • Zusätzliche Informationen und Perspektiven zum Störungsbild
  • Erlernen von Übungen zum selbstständigen Anleiten und Wiederholen

Nicht zuletzt kann durch den Hausbesuch auf eine beschwerliche An- und Abreise verzichtet werden, die für Patient:innen mit einer neurologischen Erkrankung oft eine enorme Stresssituation darstellt und sich auf die Behandlung übertragen beziehungsweise den Effekt der Therapie hemmen kann.

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Behandlungsmöglichkeiten nach Erkrankungen

Behandlungsmöglichkeiten nach Erkrankungen

Der Verlauf von neurodegenerativen Erkrankungen variiert im Einzelfall sehr stark, weshalb unsere Patient:innen eine individuelle Auswahl an wissenschaftlich fundierten Behandlungskonzepten erhalten, die sich bestmöglich an ihre Bedürfnisse anpassen.

Logopädie bei Demenz

Eine Demenzerkrankung geht mit einer Vielzahl an Symptomen einer. Jedoch zeigen sich sprachliche Einschränkungen häufig bereits zu Beginn der Erkrankung, die sich durch leichte Wortfindungsstörungen und häufigerem “Faden verlieren” darstellen.

Mit dem Fortschreiten der Demenz nehmen die Störungen im Bereich der Sprache meist zu. Betroffenen fällt es schwer, ihre Wünsche oder Anliegen verständlich zu formulieren. Hinzu kommt ein reduziertes Sprachverständnis, weshalb die Kommunikation nun in beide Richtungen (Senden und Empfangen) beeinträchtigt ist.

Eines der möglichen Behandlungsfelder der logopädischen Therapie bei Demenz ist somit die Erhaltung der sprachlichen Fähigkeiten und Kommunikation im Allgemeinen. Anders als zum Beispiel bei den Folgen eines Schlaganfalls konzentriert sich die Therapie nicht allein auf das Wiedererlangen von einzelnen sprachlichen Fähigkeiten, sondern auf den Erhalt der Kommunikationsfähigkeit als Ganzes, die einen erheblichen Beitrag zur Selbstständigkeit leistet und die soziale Interaktion ermöglicht.

Neben der Sprache und des Sprechens betrifft die logopädische Behandlung bei Menschen mit Demenz in vielen Fällen auch das Schlucken. Es treten im Krankheitsverlauf häufig Schluckstörungen auf, die die Nahrungsaufnahme behindern und das Risiko von Lungenerkrankungen erhöhen. Je nach Ursache können die Ziele der Schlucktherapie sein, die entsprechenden Muskelgruppen zu trainieren, positive Bezüge zum Essen herzustellen oder die Tagesstruktur anzupassen.

Logopädie bei Parkinson

Neben einer Vielzahl von Frühsymptomen (Schlafstörung, Ängstlichkeit, Kreislaufschwäche), die sich im Krankheitsverlauf verstärken, treten mit der Zeit motorische Symptome in den Vordergrund, welche die Hauptsymptome (Kardinalsymptome) der Erkrankung darstellen. Diese sind:

  • Bewegungsarmut (Akinese)
  • Muskelsteife (Rigor)
  • Ruhezittern (Tremor)
  • Störung der Haltungsstabilität und Gangsicherheit (posturale Instabilität)

Die Logopädie spielt bei der Behandlung von Parkinsonpatient:innen eine bedeutsame Rolle. Denn Schluckbeschwerden und Schwierigkeiten beim Sprechen sind Symptomatiken, unter denen Parkinsonpatienten häufig leiden. Und die sich durch eine gezielte logopädische Behandlung lindern lassen.

Die bei der Parkinson-Erkrankung auftretenden Bewegungseinschränkungen können auch die Gesichts-, Mund-, Schlund- und Kehlkopfmuskulatur betreffen und dadurch die Bewegungsabläufe beim Schlucken und Sprechen verändern. Die Schluckbeschwerden bewirken, dass Parkinson-Erkrankte die Nahrungsaufnahme als beschwerlich empfinden. Häufig essen Betroffene nicht mehr gerne in Gesellschaft – ein wichtiger Bereich des gesellschaftlichen Lebens entfällt. Sind die Schluckbeschwerden stark ausgeprägt, kann die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, Nahrung, aber auch mit Medikamenten gefährdet sein. Durch häufiges Verschlucken, welches Betroffene nicht immer ausreichend bemerken, kann es außerdem zu Infekten im Bereich der Atemwege bis hin zum Auftreten einer Lungenentzündung kommen.

Neben den Schluckstörungen sind Heiserkeit sowie leises und undeutlicher werdendes Sprechen typische Symptome bei einer Parkinsonerkrankung. Außerdem beschleunigt sich das Sprechtempo typischerweise. Durch zu schnelles, leises und undeutliches Sprechen („Nuscheln“) ist die Verständlichkeit eingeschränkt. Betroffene beschreiben häufig auch Wortfindungsschwierigkeiten und eine Verlangsamung der Verarbeitung des Gehörten. In Gesprächen, vor allem in Gruppen, ergeben sich Schwierigkeiten, zu Wort zu kommen. Neben den Schluckbeschwerden behandeln unsere Logopäd:innen auch die Schwierigkeiten beim Sprechen. Denn durch regelmäßiges Training können die Stimme und das Sprechen, aber auch die Wortfindung in vielen Fällen verbessert werden, so dass eine Kommunikation auf Augenhöhe wieder möglich ist.

Bei der logopädischen Behandlung von Schluckstörungen steht hingegen die Kräftigung und Mobilisierung der Muskulatur im Gesichts-, Mund- und Kehlkopfbereich sowie der Atemmuskulatur im Mittelpunkt.

Logopädie nach einem Schlaganfall

Etwa ein Drittel der Schlaganfallpatient:innen leidet aufgrund einer Schädigung der entsprechenden Hirnareale an Sprachstörungen (Aphasien), beziehungsweise hat Probleme beim Sprechen. Mithilfe der Logopädie (Sprachtherapie/Sprechtherapie) können die Sprach- und Sprechfähigkeiten verbessert und wiederhergestellt werden.

Auf dem Therapieplan stehen je nach Art der Störung die Bereiche Sprechen, Verstehen, Schreiben und Lesen. Die logopädische Behandlung bei einem Schlaganfall erstreckt sich meist über einen größeren Zeitraum. Idealerweise werden Angehörige in die Therapie einbezogen. Bei schwerbetroffenen Patient:innen, werden zunehmend auch nonverbale Kommunikationsformen, wie Gestik und der Umgang mit Kommunikationshilfen, trainiert, damit sie sich im Alltag verständlich machen können.

Wenn Lähmungen der Gesichtsmuskulatur auftreten, ist es Aufgabe der Logopädie, die betreffenden Bereiche zu kräftigen und die Bewegungsfähigkeit zu verbessern. Logopäd:innen helfen außerdem bei Schluckstörungen und gestörtem Atemrhythmus in Folge eines Schlaganfalls.

Logopädie bei Multipler Sklerose (kurz MS)

Etwa 77% aller MS-Betroffenen leiden unter einer Sprechstörung (Dysarthrie), teilweise kombiniert mit einer Atem- und Stimmstörung (Dysarthrophonie). Die Lautsprache ist oft verlangsamt und verwaschen, zudem kann es zu Störungen der Sprechatmung kommen. Die Stimmlage ist beispielsweise verändert, die Lautstärke wird schwer kontrollierbar oder die Sprechmelodie klingt monoton. Durch diese Probleme wird für Betroffene die Kommunikation am Telefon, in Gruppen oder in Räumen mit Lärm zu einer großen Herausforderung. Solche Situationen sind anstrengend und es besteht die Gefahr, dass sie sich zurückziehen und in der Folge ihre sozialen Kontakte nach und nach verlieren.

Eine Sprachstörung kommt bei MS eher selten vor. Dafür können Störungen der Mundmuskulatur, des Gaumensegels oder der Kehlkopfbeweglichkeit auftreten, die zu Schluckstörungen (Dysphagie) führen. Anzeichen sind häufiges Räuspern und Husten vor allem während oder nach dem Essen, Verschlucken, Nahrungsreste im Mund oder eine raue brodelige Stimme nach dem Schlucken.

Die logopädische Therapie arbeitet mit individuell auf den Patienten abgestimmten Zielvereinbarungen: Um das Sprechvermögen zu verbessern, werden zum Beispiel Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und zur Kräftigung der Mundmuskulatur bis hin zu Sprechübungen durchgeführt.

Klientin mit einem Mitarbeiter des Betreuungsdienstes bei einem Memory-Match in einem gemütlich eingerichtetem Wohnzimmer.

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